Dritter Platz im Wettbewerb zum 30jährigen Bestehen der Naturschutzstation 'Wallmar' des NABU mit Unterstützung der Leica-Camerawerke.
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Wettbewerbsbilder
Wer sagt mir, wie gut meine Bilder sind?
Warum zeige ich anderen meine Bilder? Und wenn, wem zeige ich sie? Niemand fotografiert für sich allein. Wir alle möchten doch, das andere unsere Bilder ansehen. Zu Beginn knipst man vielleicht Erinnerungsbilder für sich selbst. Aber spätestens wenn man die Kunst der Fotografie für sich entdeckt hat, macht man die Bilder für andere, um sich mitzuteilen, um Emotionen zu wecken, um andere an einer Situation teil haben zu lassen, oder um ihnen ein schönes Seh-Erlebnis zu bescheren.
Wie komme ich jetzt dahin zu erfahren, was andere als 'schön' empfinden? Das ich meine Bilder immer als schön empfinde (sonst hätte ich sie ja so nicht fotografiert!) bedeutet noch nicht, das andere das genauso sehen! Spätestens wenn meine Bilder zu 'Kunst' werden, scheiden sich die Geister!
Zunächst einmal gibt es formale Dinge, die es zu beachten gilt. Spätestens seit Leonardo da Vinci weiß man, das es eine Bildkomposition gibt, die im Unterbewußtsein als ästetisch ansprechend empfunden wird.
Eine harmonische Bildaufteilung nach dem 'Goldenen Schnitt' schafft im Bild eine optische Gleichgewichtung, die als stimmig empfunden wird. Diese leiten sich aus der Schöpfung selbst ab. Hier stossen wir immer wieder auf das Seiten- zu Höhenverhältnis 5:8. Aus diesem Wissen lassen sich einfache Regeln ableiten, die die Bildaufteilung harmonisieren. Statt also den Horizont genau in die Mitte des Bildes zu legen, versuche ich eine Aufteilung in 3/8 Himmel und 5/8 Landschaft. Ist der Himmel (bzw. die Wolken) das eigentliche Motiv, verschiebt sich der Horizont in das untere Drittel. Wenn nun in der Landschaft ein einzelner Baum steht, rückt dieser ebenfalls aus der Mitte zum Rand, sodaß er das Bild in 3/8 zu 5/8 teilt. Und schon wird aus einem geknipsten Baum ein komponiertes Foto... (Wer hier tiefer einsteigen möchte, dem sei ein Fotoworkshop zum Thema "Bildgestaltung und -komposition empfohlen)
Ferner sollte ich auf höchstmögliche technische Perfektion Wert legen. Von einem schönen Foto erwarte ich optimale Ausnutzung der technischen Möglichkeiten. Das Bild muß scharf sein (Stativ, Spiegelvorauslösung, kurze Verschlußzeiten, ...), richtig belichtet (Graukarte, Selektivmessung, Licht- oder Objektmessung, ...) frei von Farbstichen und dem Medium angepasster Auflösung. Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann ich mir über die Konzeption und Komposition Gedanken machen.
Dies kann auch bewußte 'Verstöße' gegen Regeln bedeuten (Mitzieheffekte, Bewegungsunschärfen, High-/Lowkey, zentrale Anordnung des Objekts, ...) Wenn ich die handwerklichen Voraussetzungen beherrsche, kann ich beginnen, meinen Fotostil zu entwickeln. Der Zeitpunkt ist nun gekommen, andere an meinen Bildern teilhaben zu lassen. Durch eine falsche Auswahl des Publikums kann ich jedoch viel falsch machen! Dies führt über Kurz oder Lang zu Frust. Nur durch konstruktive Kritik habe ich die Möglichkeit, die Sicht auf meine Bilder zu verändern, und dies zukünftig bereits beim Fotografieren zu berücksichtigen. Mein Stil wird sich dann aber in die gleiche Richtung bewegen, aus der die Kritik kommt. Genau hier liegt das Problem. Wenn ich die Bilder einem breiten Publikum in einem Foto-Forum zeige und dann Kommentare wie 'Gefällt mir gut!' oder 'Schöne Farben!' bekomme, bringt mich das nicht weiter. Zeige ich die Bilder einem exzentrischen Kunstkritiker, der gerne Crossover-Bilder mit verschobenen Farben ansieht, muss ich genau so fotografieren, wenn die Bilder gefallen sollen. Einem technikbegeisterten Puristen brauche ich keine mitgezogenen Bilder mit bewegungsunschafen Tieren zu zeigen. Er möchte knackscharfe, auf den Punkt belichtete 'Bestimmungsbuchfotos' haben.
Eine gute Möglichkeit, den Abstand zu Mitbewerbern auszuloten, sind Fotowettbewerbe. Hier gelten jedoch ebenso die oben genannten Punkte. Betrachten sie einmal die Siegerbilder eines Veranstalters aus den letzten Wettbewerben. Hier kann man bereits vorab erkennen, ob der eigene Stil Chancen hätte. Manch ein Veranstalter legt mehr Wert auf Originalität, ein anderer auf Experimente, der Dritte auf Harmonie und Komposition. Versuchen Sie, nur an Wettbewerben teilzunehmen, in denen auch Bilder gewinnen, die ihrem Stil entsprechen. Das sieht man z.B. daran, dass das Siegerbild in Wettbewerb 'A' nicht zwingend auch den Wettbewerb 'B' gewinnen muss. Wählen sie die eingereichten Bilder mit Bedacht aus. Nur weil ihr Bild nicht gewinnt, bedeutet es nicht, dass das Bild nicht gut genug ist! Wenn Sie dann öfter an Wettbewerben teilgenommen haben, bekommen sie ein Gespür dafür, was der Veranstalter sehen möchte. Gehen sie dann hinaus und fotografieren sie genau so! Ihr Fotostil wird sich verändern hin zu 'schönen Bildern'... Wählen sie hochklassige, hochrangig besetzte, hochdotierte Wettbewerbe und sie können sich mit der Elite messen. Bilder, die hier gewinnen, entsprechen den allgemein gültigen, aktuellen Kriterien für zeitgenössisch schöne Fotos. Ein gewonnener Wettbewerb ist eine schöne Bestätigung der eigenen Bemühungen, Bilder zu fotografieren, die andere als schön empfinden...

