Manfrotto Lastolite

LEE-Filter

Grauverlauffilter

Wie bekomme ich einen zu hohen Motivkontrast in den Griff?

Mit Grauverlauffiltern arbeiten

(Bitte klicken Sie auf die Bildbeispiele, um diese zu vergrößern!)

Es gibt in der modernen Digitalfotografie Belichtungssituationen, die handwerkliches Geschick erfordern. Auch wenn es vielerorts heißt "das mache ich nachher am Computer" lässt sich das fundierte Handwerk hinter der Kamera durch tricksen am PC nur unzureichend ersetzen. Eine dieser Belichtungssituationen ist die Landschaftsfotografie mit (teilweise) bewölktem Himmel. Unsere Digitalkameras sind in der Lage, etwa sechs bis acht Lichtwerte Kontrastumfang abzubilden. Eine Lichtsituation wie diese überfordert jede digitale Kamera:

LEE Beispielbild 1

Die Landschaft und das Motiv sind zwar korrekt belichtet, die Wolken sind jedoch völlig ausgefressen.

Unterbelichtung um 1 Lichtwert (Blende)

Eine Unterbelichtung um -1 Blende sorgt zwar für eine besser Zeichnung in den Wolken, das Bild wirkt nun aber im Vordergrund zu dunkel:

Bild2a

In diesem Beispiel wird deutlich, dass eine Belichtungskorrektur das Bild insgesamt dunkler werden läßt. Was in diesem Bild aber von Nöten ist, ist das Abdunkeln des Himmels und der Wolken.

Grauverlauf mit dem Bildbearbeitungsprogramm

Bisher war die Verwendung der Bildbearbeitungssoftware der allgemein gegangene Weg:

Bild 3

Durch das "Aufziehen" eines Grauverlaufs über den Himmel wurde dieser partiell abgedunkelt. Das Problem ist, dass durch das einfache Abdunkeln des Himmels in den Wolken keine zusätzlichen Strukturen erscheinen. Die Bildnachbearbeitung, diese entscheidenden Strukturen in den Wolken sichtbar werden zu lassen, ist nur durch mehrfaches ineinanderkopieren verschiedener Kopien des Bildes mit unterschiedlicher Belichtung zu erreichen (HDI).

Einsatz des Grauverlauffilters ND 0,9 (-3 Lichtwerte)

Der handwerklich richtige und sehr viel einfachere Weg ist die Verwendung eines Grauverlauffilters:

Bild 3

Plötzlich besteht die Wolke aus vielen einzelnen Wattebäuschen, die gesamte Wolke bekommt Struktur und Zeichnung, wobei der Vordergrund nun deutlich heller hervortritt. Die Bildaussage ist gegenüber dem Ursprungsbild eine völlig andere geworden, wenn die Wolken plötzlich strukturiert abgebildet werden.

Motivkontrast im Griff

In den beiden Histogrammkurven der Bilder 1 (links, ohne Filter) und 4 (rechts, mit Grauverlauffilter) sieht man deutlich, dass der Kamerachip bei der ersten Aufnahme die Wolken überbelichtet (Belichtungswarnung und Anschlag der Histogrammkurve im Weiß). Nach dem Filtern sind die Tonwerte nun soweit angeglichen, dass alle Tonwerte in das Histogramm "passen" und die Histogrammkurve nun nirgendwo anschlägt, es somit zu keiner Überbelichtung im Bild kommt.

Histogramm1        Histogramm2

In diesem Beispiel wurde ein Grauverlauffilter "ND 0,9 hart" verwendet, der den Himmel drei Blendenstufen dunkler abbildet, den Vordergrund jedoch unverändert belässt. Alle Bilder sind unbearbeitet "out of the box", ausser Bild 3, dem ein Grauverlauf nachträglich per Bildbearbeitung aufgezogen wurde. Die Bilder entstanden an der Oder im Nationalpark "Unteres Odertal".