Farbraumverwaltung in Photoshop Lightroom
Zuweisen von Farbräumen und deren Verwendung
Wer seine Bilder hochklassig verarbeiten möchte, kommt um ein Grundwissen zur Farbraumverwaltung nicht herum. Ich möchte ein wenig Licht in das Dunkel bringen und zumindest den Nutzern von Photoshop und Photoshop Lightroom ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Beginnen wir mit den Grundlagen:
Warum ist eine Farbraumverwaltung überhaupt notwendig?
Jedes Bild setzt sich aus Millionen von Pixeln zusammen, die jeweils aus den drei Grundfarben rot, grün und blau zusammengesetzt sind. Jeder Farbkanal kann dabei 256 verschiedene Farbtöne darstellen (2 hoch 8 Farben = 8 Bit Farbtiefe). Für alle drei Farbkanäle zusammen ergibt das 16 Millionen verschiedene Farben. Nun ist aber nicht jedes Gerät, das diese Farben darstellen soll, in der Lage, sämtliche Farben darzustellen. Die Farbinformationen müssen also "übersetzt" werden, damit das Verhältnis der Farben untereinander wieder stimmt. Hierbei gehen Farbinformationen verloren, weil sie im neuen Farbraum nicht darstellbar sind. (Das Orange von Warnwesten ist hier ein gutes Beispiel)
Ebenso gehen bei der Bildbearbeitung Farbinformationen verloren, wenn Kontrast oder Tonwerte verändert werden. Um die Verluste so klein wie möglich zu halten ist es erforderlich, von Anfang an mit so vielen Farbinformationen wie möglich zu arbeiten. Nachteil: Die Dateigröße ist um so größer, je mehr Informationen eine Bilddatei enthält. Andererseits macht es wenig Sinn, mit einem 25MB-Bild zu hantieren, wenn ich das Bild im Web in Briefmarkengröße auf einem Monitor darstellen möchte.
Es gilt also, die optimale Dateigröße und damit den passenden Farbraum für die benötigte Qualität zu erreichen. Bevor ich mich entschlossen habe, was mit meiner Bilddatei letztendlich passiert, muss ich aber bestrebt sein, mir so lange wie möglich alle Optionen offen zu halten. Ich werde also versuchen, so lange wie möglich mit 16Bit-Farbtiefe im Farbraum von
ProPhoto RGB zu arbeiten.
Das erste Video dieser Reihe beginnt mit dem Import der RAW-Dateien und dem erstmaligen Zuweisen eines Farbraums zu einer RAW-Datei. Erinnern wir uns: Ein RAW-Bild verlässt die Kamera als eine Datei, die für jeden der drei Farbkanäle ein Graustufenbild beinhaltet. Erst der Konverter ist in der Lage, aus diesen Helligkeitsinformationen für die drei Grundfarben eine Mischfarbe zu erzeugen und anzuzeigen. Die entstandenen Farben müssen für die Weiterverarbeitung "klassifiziert" werden. Es wird ihnen ein Farbraum zugewiesen. Leider sind die Einstellmöglichkeiten in Lightroom etwas versteckt und zum Teil nur indirekt einzustellen, weswegen sie leicht übersehen werden können. Das folgende Video versucht hier, etwas Klarheit zu verschaffen:

