Was ist ein 'ambitionierter Naturfotograf' / eine 'ambitionierte Naturfotografin'?
Der Versuch einer Definition
Ambitionierte Naturfotografen sind wir alle! Sonst wären Sie sicherlich nicht auf dieser Seite gelandet. Wenn Sie am liebsten einen Teil Ihrer Freizeit draußen in der Natur (oder was wir Menschen davon übrig gelassen haben) verbringen, und wenn Sie besondere Motive bei Ihren Wanderungen und Ausflügen im Bild festhalten, dann sind Sie bereits 'Naturfotograf'.
Sicherlich gibt es da verschiedenen Spezies von Naturfotografen. Da wären zu allererst die Tierfotografen. Zeitaufwendig, meist mit Reisen verbunden, aber durch die Interaktion der Tiere und die damit im Bild festhaltbaren Bewegungen, der Mimik und Gestik sicherlich ein lohnendes Motiv. Des weiteren zählen die Landschaftsfotografen dazu. Sie werden mit Lichtsituationen konfrontiert, die es zu beherrschen gilt. Frühes Aufstehen (Sonnenaufgang und Blaue Stunde) gehören ebenso dazu wie Geduld und gute Ortskenntnis. Nah- und Makrofotografen schließlich gehören zur Königsklasse der Naturfotografen. Sie haben meist alle Zeit der Welt für die richtige Bildkomposition, die richtige Beleuchtung, die optimale Kameraeinstellung. Hier wird nichts dem Zufall überlassen oder ist vom Fotografen nicht beeinflussbar. Wer in der Nahfotografie schludert, wird mit augenscheinlich schlechten Bildern 'bestraft'. Und genau hier setzen wir in den Workshops an. Wenn ein Tier einem partout nur den Rücken zudreht, der Himmel bei der Landschaftsfotografie nicht aufreißen will oder der Vogel nicht losfliegen möchte: In der Nahfotografie gibt es solche Entschuldigungen nicht!
Es gibt ein paar Grundregeln, die auf alle gelungene Naturfotos angewendet werden können:
- Das Foto ist scharf. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber wenn Sie einmal äußerst kritisch Ihre Bilder betrachten wird Ihnen vielleicht auffallen, das bei einigen Bildern die letzten 5% an Schärfe fehlen.
- Das Foto ist richtig belichtet. Hierüber haben sich schon Generationen von Fotografen den Kopf zerbrochen. Warum sind meine hellen Bildteile völlig überstrahlt, oder die Schatten in meinen Bilder pechschwarz? Wie gelingt das anderen, in den Lichtern und in den Schatten Zeichnung und Details sichtbar werden zu lassen?
- Das Foto wirkt interessant. Fehlt Ihren Bildern das ansprechende Moment? Fehlt der Wow-Faktor? Warum sprechen Sie andere Bilder an, Ihren eigenen felhlt aber 'das gewisse Extra'?
Haben Sie sich auch schon einmal diese Fragen gestellt? Suchen Sie nach einer Antwort? Dann haben Sie die Ambitionen, die Qualität Ihrer Bilder zu verbessern? Dann kann man mit Recht behaupten, Sie sind ein ambitionierter Naturfotograf!
Wie wird nun aus einem ambitionierten Naturfotograf ein versierter Naturfotograf? Durch Weiterbildung! Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten. Meist reduziert sich Fortbildung auf den Kauf eines oder mehrerer Bücher. Ein Buch erläutert die Kamerafunktionen, weitere Bücher erläutern die Arbeitsweise des Autors als (Natur-)Fotograf. Hiermit bekommt man das Rüstzeug gezeigt, um besser zu werden. Konfuzius sagte es so:
Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was du mich tun lässt, das verstehe ich
Genau hier setzt die Arbeit eines Fotoworkshops an. Leider genügt es eben nicht, sich die Kamerafunktionen erklären zu lassen, oder Bücher zum Thema zu lesen, man muss das Gezeigte auch praktisch üben! Nur dann ist sichergestellt, das die Theorie verstanden und umgesetzt wird. Was aber, wenn sich während des Übens weitere Fragen stellen? Hier kommt der Dozent ins Spiel! Treten nach der Kette Lesen - Üben - Verstehen Fragen auf nützt es wenig, in dem Buch die selbe Stelle noch einmal zu lesen. Manchmal bedarf es einer anderen Erläuterung, machmal treten Fragen auf, die das Buch nicht beantwortet. Während eines Workshops erarbeitet man sich deshalb buchstäblich sein neues Wissen durch Üben, Fragen und Antworten. So hat jeder Teilnehmer individuell die Möglichkeit, abhängig von seinem Kenntnisstand, gezielt zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.
Wann sollten Sie lieber an anderer Stelle nach Weiterbildung suchen? Nichts ist frustrierender, als Zeit in die Teilnahme einer Veranstaltung zu investieren und hieraus keinen Nutzen ziehen zu können. Deshalb sollten Sie selbstkritisch Ihren eigenen Kenntnisstand überprüfen und mit dem hier angebotenen Kursangebot abgleichen. Wenn Sie
- in einer einschlägigen Naturzeitschrift eines oder mehrer Bilder veröffentlicht haben
- auf ein Fotoarchiv mit deutlich mehr als 1.000 Bildern zurückgreifen können
- der Wert Ihrer Fotoausrüstung den Wert eines Kleinwagens überschreitet und Sie diese Technikplus auch einzusetzen wissen,
- in einem oder mehreren Wettbewerben eine Platzierung erreicht haben,
- Sie bereits seit mehreren Jahren mehr oder weniger intensiv Natur fotografieren,
dann verfügen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits die Kenntnisse, die in diesen Fotoworkshops vermittelt werden.
Noch ein Wort zur Zusammensetzung der Gruppen: Bei einer Workshop-Gruppe von acht Teilnehmern sind in der Regel zwei bis drei Teilnehmerinnen dabei. Ich erwähne dies ausdrücklich um zu verdeutlichen, dass die Naturfotografie und die Fotoworkshops, um diese zu erlernen, keine Männerdomäne sind! Sollten Sie als Fotografin sich mit dem Gedanken tragen, an einem Workshop teilnehmen zu wollen, aber die Sorge haben, allein unter Männern zu sein kann ich Sie schon jetzt beruhigen! Das wird wahrscheinlich nicht der Fall sein!
