Manfrotto Lastolite

Bildbeschnitt

Der nachträgliche Bildbeschnitt hat in der Amateurfotografie keinen guten Ruf. Vielfach wird behauptet, das ein notwendiger Bildbeschnitt durch konzentrierteres und genaueres Arbeiten hätte vermieden werden können. Das stimmt so nur zum Teil. Kann ich meinen Standpunkt nicht verändern, und fotografiere ich mit einer Festbrennweite, kann ich den Bildausschnitt nur im Nachhinein verändern, so das erforderlich ist. In dem Beispielfilm ist das am Bildbeispiel "Höckerschwäne" gut zu sehen.

Weiterhin habe ich mit dem Beschnitt die Möglichkeit, nachträglich die Bildaussage zu verändern. Vielleicht wirkt das aufgenommene Hochformatbild als Querformat doch besser? Oder kann ich die Bildaussage durch den Fokus auf das Wesentliche noch steigern? Wirkt das Bild vielleicht sogar im Quadrat am besten, meine Kamera kann aber nur 2:3? Dann habe ich mit dem Bildbeschnitt die Möglichkeit des Experimentierens. Letztlich übt jeder Beschnitt am PC das Sehenlernen. Wenn ich öfter nach dem Goldenen Schnitt am PC gestalte, geht mir der Blick dafür "in Fleisch und Blut" über.

Vorteilhaft für den Erhalt der Qualität ist eine ausreichende Reserve an Pixeln. Mit jedem Beschnitt reduziert sich die Auflösung meiner Aufnahme. Kann ich eine 6 Megapixel-Aufnahme ohne Beschnitt bis DIN A4 ausdrucken, genügt die Auflösung nach einem Beschnitt nur noch für DIN A5. Hier spielen Kameras mit 10 oder 12 Megapixel ihre Stärken voll aus! Eine 12 Megapixel-Aufnahme kann ich um 50% beschneiden (was in der Praxis aber eher selten vorkommt!) und habe immer noch genügend Pixelreserve für einen A4-Ausdruck.

Eine Gefahr zu häufigen Beschneidens sehe ich allerdings schon: Man ist geneigt, nicht mehr so sorgfältig auf den Bildausschnitt während des Fotografierens zu achten. Die Gefahr, sich schlampige Bildgestaltung anzugewöhnen, ist fatal, denn gerade die Gestaltung unterscheidet den Fotografen vom Knipser. Deshalb gilt: Bildbeschnitt ja, aber nicht auf Kosten der sauberen Arbeit vor Ort